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Wie ich mit Verdi den „flow“ entdeckte

weniger Ablenkung

Wie ich mit Verdi den „flow“ entdeckte

Wie der Titel des Blogartikels schon verrät, wird dieser Beitrag zum Thema „flow“ ziemlich persönlich. Als Ordnungsmentorin geht es mir darum, Menschen zu helfen, durch weniger Ablenkung, leichter in einen flow-Zustand zu kommen. Statt Anleitungen zu geben, möchte ich euch heute mal von meinen eigenen Erfahrungen berichten.

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Ganz im Sinne Mihaly Csikszentmihalyis. Er war der Pionier der modernen Glücksforschung, der den flow als Zustand „optimaler Erfahrungen“ beschrieb. Seine Leitfrage, die mich auch umtreibt, war: „How to live life as a work of art, rather than as a chaotic response to external events“.

Vorab

Ich bin ein recht kontrollierter Mensch – dennoch habe ich bereits sehr beglückende flow-Erfahrungen gesammelt.

Für mich bedeutet flow, die komplette Versenkung in eine Tätigkeit, bei der alles Andere vergessen ist und deren Ergebnis glücklich macht. Dafür braucht es einerseits Abschottung von äußerer Ablenkung und andererseits das geistige Einlassen auf diese eine Tätigkeit. Allerdings ist es leider nicht ganz so einfach, denn flow kann man nicht herbei führen. Er geschieht einfach, wenn man sich auf etwas ganz anderes konzentriert. Daher ist es schon interessant zu schauen, in welchen Momenten man selbst flow-Erfahrungen hatte und sich über die jeweiligen Bedingungen Gedanken zu machen.

Soweit die Theorie. Nun zu meinen persönlichen Erlebnissen

Regelmäßig wiederkehrend habe ich einen solchen Moment des flows nach einer Weile des intensiven Musik-Genusses in der Oper oder im Konzert. Das nennt sich dann wohl passiver flow-Zustand, weil ich nicht aktiv etwas tue, ist aber von der Erscheinung her recht beeindrucken. Vor allem, als ich es das erste Mal erlebte.

In diesen Phasen trübt sich mein Blick ein, es scheint fast, als hätte ich eine sehr stark ausgeprägte Sehschwäche. Mein Herz fängt stärker an zu pochen;  abgesehen davon spüre ich mich fast nicht mehr. Fühle mich bewegungslos und wie festgewachsen auf dem Opernsessel. Einzig meine Ohren scheinen aktiv zu sein. Mein ganzes Sein besteht nur noch aus Hören. Jede Pore meiner Haut ist daran beteiligt. Und mein ganzer Körper spürt die Musik und ist davon getragen. Ein Gefühl des Schwebens. Das Hören – die Tätigkeit, um die es in dem Moment geht – wird unglaublich genau.

 

Und wie sieht das dann bei der Arbeit mit weniger Ablenkung aus?

Im Home-Office eine ähnliche Versenkung zu erreichen, fällt extrem schwer. Seit ich angefangen habe, mit Ordnungsmentor mein Herzensthema zu verfolgen, kommen die Phasen öfter vor, in denen ich die Zeit vergesse, und in der Materie versunken bin. Doch allzu oft kommen da die kleinen Ablenkungen dazwischen.

Könnte ich meine Erfahrung aus dem Opernhaus nicht auf den Home-Office Bereich übertragen wenn ich die Metapher nutze?

Ich möchte doch im Grunde meine wichtigen Aufgaben auf die Bühne bringen, damit sie dort glänzen und sich entfalten können.  

 

Spielen wir das einmal gedanklich durch:

  • Die Eintrittskarte für die Oper gibt klar vor, worum es an diesem Abend geht – ein klares Ziel also.
  • Ein Zeitrahmen ist recht großzügig gesteckt. So eine Oper geht circa drei Stunden.
  • Jegliche Ablenkung in Form von Handy kann ich an der Garderobe abgeben.
  • Es ist wohl eine wichtige Voraussetzung der gewünschten Atmosphäre, dass kollektiv jegliche Ablenkung vermieden wird.
  • Weiche Sessel entführen mich in ein Wohlfühl-Ambiente – auch mein Home-Office sollte angenehm und motivierend sein.
  • Des weiteren machen die Saalbeleuchter gute Arbeit und leuchten mit ihren Scheinwerfern nur einen kleinen Bereich im Saal aus – alles andere bleibt im Dunkeln.  Der “Fokus” spielt demnach eine wichtige Rolle. Das ist auch Thema in meinem Artikel “Multitasking ist out – Fokussieren lernen ist in”.

 

Dies sind alles Faktoren, die dabei helfen, dass ich mich voll auf das Bühnengeschehen und die Musik konzentrieren kann, die sich im Raum entfaltet. Mit dieser Metapher werde ich es demnächst auch im Home-Office versuchen. Vielleicht sollte ich tatsächlich für den nächsten Blogartikel etwas Verdi auflegen 😉

Und noch ein Gedanke: Sind Ordnung und Klarheit Selbstzweck? Nein. Wenn ich mich durch weniger Ablenkung voll auf etwas konzentrieren kann, dann ist die optimale Umgebung geschaffen, um eventuell in den “flow” zu kommen.

Du bist vielleicht ohnehin ein Mensch, dem es leichter fällt, in den flow-Zustand zu kommen. Wie sind deine Erfahrungen damit? Ich freue mich wie immer über Kommentare und danke Cornelia Lütge für den Impuls etwas zum Thema  “the big flow” in einer Blogparade zu schreiben.

Bist du auch oft von deinen E-Mails genervt und abgelenkt, kosten sie dich zu viel Zeit? Wenn du weniger Ablenkung auf diesem Kanal haben möchtest, solltest du mal die Methode „Inbox Zero“ probieren, die ich in dem kostenlosen E-Book beschreibe.

About the Author

  • Liebe Katharina,

    Verdi im Homeoffice. Und die Orientierung daran, was einen Besuch der Oper zum ungestörten, vollständigen Genuss macht. Das sind wunderbare Brücken für #mehrflow im Allgemeinen. Und im Home-Office eben speziell.

    Gefällt mir. Sehr!

    Danke fürs Mitmachen und einen herbstlichen Gruß,
    Cornelia

  • Liebe Katharina,
    das stärkste Flow-Erlebnis, an das ich mich erinnern kann, habe ich erlebt, als ich Joggen war. Ich war damals schon ganz gut im Training. Und auf einmal lief nicht ich mehr, sondern „es lief“. Ich fühlte mich wie in einem Schwebezustand. Ich war plötzlich Teil der Natur… Sehr geniales Gefühl.
    Danke für den Artikel!

    ps. Ich musste übrigens schmunzeln, als ich im Laufe Deines Artikels irgendwann begriff, dass es nicht um die Gewerkschaft Verdi ging…

    • Ordnungsmentor sagt:

      Oh, an die Gewerkschaft hatte ich aber ganz und gar nicht gedacht….
      Schön, dass ich deine Erinnerung an ein so schönes Flow-Erlebnis wecken konnte. Kennst du einen versenkten Zustand auch vom Arbeiten?

  • Liebe Katharina,

    ich finde deinen Artikel sehr Interessant, die Übertragung von Flow in die Büroabeit.
    In meiner Arbeit erlebe ich das Gefühl von Flow öfter, da mag ich es als Alexander-Technik Lehrerin und Tänzerin etwas leichter haben, als vielleicht in anderen Berufen. Das Flow-Gefühl hingegen in der Büroarbeit ist erheblich selterner, nur wenn ich wirklich großzügig Zeit für die Dinge und keinen Zeitdruck habe. Meistens eher, wenn ich auch kreativ arbeite, z.B. Workshops und Kurse vorbereite, nicht bei der Steuererklärung:-). Aber dein Artikel motiviert mich, mehr Mut zu haben, wenige Dinge, aber dafür mit mehr Zeit zu machen.-Danke:-)

    • Ordnungsmentor sagt:

      Klar, Tanja. Manche Tätigkeiten sind einfach dankbarer für das Erreichen eines flow-Zustands. Aber eigentlich geht es immer darum, sich auf eine Sache zu fokussieren. LG, Katharina

  • Michael sagt:

    Tolle Idee mit dem Oper Stück….. probiere ich heute abend gleich mal aus.

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